Deutsche Jazz-Musiker

Eine bedeutende Person des deutschen Jazz: Roger Cicero

Der überaus engagierte deutsche Jazz- und Popmusiker Roger Marcel Cicero Ciceu wurde als Sohn des Jazzpianisten Eugen Cicero und der Tänzerin Lili Cziczeo am 6. Juli 1970 in West-Berlin geboren. Der musikalische Einfluss seines Vaters machte sich schon früh bemerkbar. Nachdem er die Grundschule besucht hatte, war er Schüler des Rathenau-Gymnasiums und trat bereits im Alter von 11 Jahren im Vorprogramm von Helen Vita auf. Es folgte dann der erste Fernsehauftritt in einem Tanzorchester und das bereits als 16-jähriger. Schon mit 18 Jahren genoss er die Ausbildung am Hohner-Konservatorium mit den Fächern Gesang, Klavier und Gitarre. In der Zeit zwischen 1989 und 1992 folgten dann zahlreiche Auftritte mit dem Horst-Jankowski-Trio, dem Eugen-Cicero-Trio, welches die Gruppe seines Vaters war, sowie mit dem Bundesjugendjazzorchester. Cicero war durchaus bemüht um seine Karriere, weshalb er neben zahlreichen Auftritten von 1991 bis 1996 Jazzgesang an der Amsterdamse Hogeschool voor de Kunsten in Hilversum studierte. Des Weiteren wurde er Gastsänger bei unterschiedlichen Gruppen und nahm am Montreux Jazz Festival teil. 2003 war es nun soweit und er gründete das Roger-Cicero-Quartett. Er bediente sich stilistisch der Swingmusik der 1940er und 1950er Jahre, welche er dann mit deutschen Texten in Einklang brachte und mit einer elfköpfigen Bigband umsetze. Am Album der Jazz-Pianistin Julia Hülsmann „Good Morning Midnight“ beteiligt er sich ebenfalls und im Mai 2006 schaffte er dann den Durchbruch mit seinem Soloalbum „Männersachen“. Neben 13 Eigenkompositionen, gab es auch eine Fremdkomposition „Schieß mich doch zum Mond“, welche die deutsche Version des Frank-Sinatra-Klassikers “Fly Me to the Moon” zum Ausdruck brachte. In seinen Singles setzte er sich auf ironische Weise mit dem Geschlechterkampf auseinander und bis 2009 verkaufte sich das Album über eine Million Mal. Mit dem Titel “Frauen regier´n die Welt” vertrat er Deutschland beim Eurovision Song Contest 2007 am 12. Mai in Helsinki, wobei er jedoch bloß den 19. Platz belegte. Das Frauenmagazin Emma sah die Ironie darin wohl nicht und daher wurde er von ihnen mit dem Negativpreis „Pascha des Monats“ ausgezeichnet. Dies schadete seinem Ruf jedoch nicht, weshalb er auch neben anderen Musikgrößen beim deutschen Live-Earth-Konzert 2007 in Hamburg auftrat. Roger Cicero kam kaum zur Ruhe und so brachte er schon am 3. April 2009 sein drittes Album „Artgerecht“ heraus. Daraufhin folgten weitere zahlreiche Gastauftritte, Synchronisationen und Veröffentlichungen. Schon gleich im Herbst 2012 nahm er mit einigen deutschen Künstlern, darunter Thomas D und Max Mutzke, am Albumprojekt Giraffenaffen teil, bei welchem sie zugunsten des Kinderhilfswerks „Die Arche“ Kinderlieder neu aufnahmen. Natürlich schrieb Cicero hierzu auch das Titellied und fungierte bei einem weiteren Teil als Sprecher. An der Fernsehreihe „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ nahm er auch Teil und performte eines der Lieder von seinem Freund Xavier Naidoo. Sein am 2. Oktober 2015 erschienenes Album „The Roger Cicero Jazz Experience“ nahm er nicht wie sonst durch seine Bigband begleitet auf, sondern in einer Quartett-Besetzung. Daraus resultierte das erfolgreiche Jazz-Album „Zwischen Bebop und Bar“. Er war stets bemüht und dadurch eine angesehene Größe des deutschen Jazz.

Der plötzliche Tod

Die plötzliche Nachricht kam unvorhersehbar und erschütterte die Fans gleichermaßen, wie die ganze deutsche Musikwelt, denn auch unter Kollegen war Cicero sehr geschätzt. Er erlitt, genau wie sein Vater, einen Schlaganfall am 24. März 2016, im Alter von nur 45 Jahren. Die letzten 10 Jahre wohnte Roger Cicero in Hamburg Winterhude, wo er dann letztendlich in einem Ruhewald des Ohlsdorfers Friedhof die letzte Ruhestätte fand.

Filmografie

  • 2009: Hilde
  • 2009: Küss den Frosch (Synchronstimme des Prinz Naveen)
  • 2012: Durch die Nacht mit … Roger Cicero und Robert Davi (Dokumentarfilm)

Gastauftritte

  • 2013: Sesamstraße: Ernie & Bert und Roger Cicero
  • 2014: Sing meinen Song – Das Tauschkonzert
  • 2015: Großstadtrevier – Hals über Kopf

Auszeichnungen

  • 2007: ECHO- Preis „Künstler Rock/Pop National“
  • 2007: Deutscher Fernsehpreis – „Jazz Solist“ 
  • 2014: „Beste Unterhaltung Show“ (Sing meinen Song – Das Tauschkonzert)
  • 2015: ECHO- Preis Jazz „Partner des Jahres“ (Sing meinen Song – Das Tauschkonzert) 
  • 2016: Die Goldene Stimmgabel – „Sänger/Sängerin des Jahres national“  

Sonstige Erfolge

  • 2007: Gewinner der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest
  • 2007: Krawattenmann des Jahres 2007
  • 2008: Fred-Jay-Preis 2008: Hörerlebnispreis HELIX
  • 2010: Weggefährten. Meine Songs fürs Leben
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